Oktober 2013

Buchempfehlungen

Buchempfehlungen

Ich habe mir über die Jahre einige Bücher zugelegt. Zugegeben, ich liebe Bücher, aber ich halte sie auch für ein tolles Medium, um sich autodidaktisch dem Feld der Fotografie zu nähern. Einige €uros habe ich umsonst ausgegeben, andere hingegen waren sinnvoll angelegt und haben mich ein großes Stück weitergebracht.
Diese Bücher möchte ich hier vorstellen.


Making of… Menschenbilder von Cora und Georg Banek

Ich hatte mir das Buch am Anfang meiner Versuche in der Porträtfotografie gekauft und bin damals wie heute begeistert. Auf einer Doppelseite wird immer das gezeigte Bild diskutiert – wie ist es entstanden, welche Vorbereitungen gab es, was wurde dazu eingesetzt. Mit einer kleinen Skizze zum Lichtaufbau weiß man genau, was man machen muss. Gerade damals hat mir das Buch sehr geholfen und ich habe oft versucht, das gezeigte nachzuahmen. Natürlich wurde das Bild nie so, wie im Buch. Aber ich hatte immer eine Idee und eine Anleitung. Aus heutiger Sicht finde ich manches etwas unkreativ und zu natürlich. Aber das ist eben der Look von Georg und Cora Banek. Wer aufregende Fashionaufnahmen sucht, ist hier falsch. Aber wer aufregende Fashionaufnahmen macht, wird sich wohl auch nicht für so ein Buch entscheiden.
Wer natürliche Portraits machen möchte, die korrekt in der Umsetzung und schön anzusehen sind, der ist hier absolut richtig und wird mit diesem Buch viel Freude und tolle Anregungen haben. Ein super Grundlagenbuch mit tollen Bildern und Erklärungen.


Kompendium digitale Fotografie von Tilo Gockel

Der ultimative Ratgeber für alles ‘ naja, zumindest für den Bereich der Fotografie :)
Das Konzept des Buches geht einher mit denen der meisten modernen Ratgebern bzw. Fachbüchern und das Konzept geht auf.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt, zu Beginn der sehr technische Teil, darauf folgt der praktische Teil mit vielen, wunderbaren Aufnahmen des Autoren.

Der technische Teil erklärt alles, was man wissen muss, bis ins kleinste Detail. Dabei sind die Sachverhalte aber logisch und nachvollziehbar erklärt. So ist der technische Teil so geschrieben, dass man sich da wirklich mal durcharbeiten kann und auch sollte.
Sehr hilfreich fand ich die bildliche Erklärung der verschiedenen Lichtformer. Das hab ich zwar schon oft gesehen, dann aber über viele, viele Seiten, so dass man keinen wirklichen Vergleich ziehen konnte.

Der praktische Teil glänzt mit vielen Bildern, die zur Nachahmung einladen. Ich gebe zu, dass ich Bücher gerne als ‘Ideenfindungswerk’ nutze und davon gibt es reichlich. Gerade der Teil mit der Food-Fotografie ist interessant. Damit habe ich mich bislang noch gar nicht beschäftigt. Da der Autor in der Regel mit einfachen Mitteln arbeitet (viele Lightsettings sind anhand von Originalbildern zu den Sets erklärt), ist es auch für den normalen Hobbyfotografen, der nicht über eine 10.000€ Profoto Anlage verfügt, ein leichtes die tollen Bilder nachzuahmen oder neue Ideen zu entwickeln.

Fazit: Das Buch schneidet alle Aspekte der Fotografie an und erklärt die Grundlagen sehr tiefgehend. Nach dieser Lektüre sollte es dem anspruchsvollen Fotografen ohne weiteres möglich sein, das Wissen in tollen Bildern umzusetzen.

Ich empfehle: Kaufen! :)


This is Strobist Info von Dustin Diaz

Absolute Kaufempfehlung!

Das Buch beginnt mit einigen Infos über das Equipment, das man einsetzen kann/sollte. Sehr informativ wie ich finde und auf das wesentliche begrenzt. Es wird also rein auf die Arbeit mit Kompaktblitzen eingegangen.
Danach gliedern sich auf etwa 100 Seiten die tollen Bilder von Dustin Diaz. Auf der linken Seite befindet sich immer das fertige Bild, auf der rechten Seite der Aufbau (fotografiert). Der Aufbau ist jeweils mit Stichpunkten beschrieben, es gibt keinen Text dazu.

Das Buch besticht für mich durch seine Kompaktheit. Es gibt kein unnötiges blabla und die Bilder sind vielfältig und spannend. Der Lichtaufbau ist oftmals beeindruckend simpel.

Wer ein Buch sucht, das aufs Wesentliche beschränkt ist, ist hier richtig. Ich finde es klasse :)


 Photo Finish von Tilo Gockel

Beeindruckende Bilder werden entzaubert, denn man weiß nun selber, wie man es macht.
Ich bin wieder total begeistert von diesem neuen Werk aus dem Galileo Verlag. Für mich schließt es eine Lücke zwischen den reinen Photoshopbüchern und denen, die sich „nur“ mit Montagen beschäftigen. Auch wenn ich einige Bücher zu CS3 oder CS4 habe, sind sie mir doch meist zu technisch und ich weiß oft nicht, was ich mit dem Wissen alles anstellen kann. Die Bücher über Montagen setzen dann aber teilweise Techniken voraus, die ich nicht beherrsche.
Ich finde, dass Tilo Gockel hier den Spagat sehr schön geschafft hat und weder die technische noch die kreative Seite zu wenig oder zu viel erläutert.
Auch geht er nicht nur auf einen Bereich ein, sondern auf:

  • Porträt und Fashion (bspw. Magazin Look)
  • Landschaften und Makro (bspw. Tilt-Shift-Effekt)
  • Architektur- und Nachtaufnahmen (bspw. Science-Fiction-Look)
  • Produktaufnahmen und Stilllife (bspw. Reflexionen und Staub entfernen)

So ist für jeden was dabei und durch die schönen Anschauungsbilder wird man angeregt, mal was anderes auszuprobieren. Besonders fasziniert hat mich eine Montage aus einem Bild eines Sportwagens zusammen mit einem unscharfen Weihnachtsbaum (Stichwort Bokeh). Tilo Gockel kreiert aus einer eigentlich relativ langweiligen Sportwagenaufnahme ein sehr schickes Bild, das aus dem Katalog stammen könnte. Und das mit erstaunlich wenig Aufwand – das meinte ich anfangs mit dem „Entzaubern“.

Zusätzlich erklärt Tilo Gockel auch Fragen in „Exkursen“, die im Zusammenhang mit den Workshops entstehen. Neben der Panoramafreiheit geht es beispielsweise auch um Ebenen + Füllmethoden oder um die perfekte Schärfe.

Ich für mich habe in dem Buch viel entdeckt, was ich vorher so nicht kannte. So kann ich als Fazit festhalten, dass ich das Buch äußert interessant finde. Es regt zum Nachmachen und Ausprobieren an und ist zudem auch noch mit so vielen tollen Bildern bestückt. Die Erklärungen sind logisch und nachvollziehbar.

Von mir gibt es dazu eine klare Kaufempfehlung!


Fotografieren im Studio: Technik und Licht perfekt beherrschen von Oliver Gietl

Das Buch bietet sehr gute Grundlagen für die Fotografie im Studio. Sehr ausführlich wird auf verschiedene Lichtformer, die Technik und natürlich das Licht eingegangen. So kann man sich in Ruhe anschauen, was man stundenlang im Studio selber ausprobieren müsste. Wer sich mit dem Licht noch nicht so gut auskennt, findet hier eine wahre Bibel. Ich empfehle, es dauerhaft im Studio zu haben. So kann man immer schnell nachschlagen, wenn man mal eine Blockade hat und nicht weiß, warum das Licht einfach nicht so will.


 Kreative Blitzpraxis von Tilo Gockel

Lange habe ich auf das Buch gewartet, denn es schließt für mich eine große Lücke auf dem deutschen Büchermarkt. Bislang gab es nur „Das Blitzkochbuch“ von Andreas Jorns. Auch wenn das Buch schon wirklich gut ist, gefällt mir die Umsetzung des Themas von Tilo Gockel besser. Er geht noch strukturierter an das Thema, ist kreativer und das Gesamtkonzept gefällt mir besser.
Aber im Detail:
Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es um die „Grundlagen zum Blitzeinsatz“ und um die Ausrüstung. Man merkt, dass dem Autor die Grundlagen sehr wichtig sind (schließlich widmet er ihnen gut ‘ des ersten Teiles) und so geht er sehr ausführlich darauf ein. Ich finde das ganze persönlich sehr trocken, aber verständlich. Man muss sich eben durcharbeiten.
Bei der Ausrüstung zeigt er, was er so alles dabei hat und geht auch auf kostengünstige Alternativen ein. Gut finde ich, dass er bei Ausrüstungsgegenständen auch auf Equipment eingeht, das im Selbsttest nicht so gut abschneidet. Es wird also nicht alles in den Himmel gelobt.
Im zweiten Teil werden 42 Lichtsetups zu den Themen Portrait&Fashion, Makro, Stilllife&Products sowie Food-Photography gezeigt. Im Anschluss geht es sogar um „Highspeed“ Aufnahmen im TableTop Bereich.
Mich interessierte vor allem der Portraitbereich und da wartet das Buch mit sehr kreativen Aufnahmen/Ideen auf. So nutzt der Autor kleine Farbfolien oder Gobos, um eher langweilige Szene aufzupeppen oder er nutzt gleich mehrere Blitze zusammen, um das Problem des Fotografierens mit Kompaktblitzen bei Mittagssonne zu umgehen. Schmankerl ist dann beispielsweise die Erläuterung zu einem Unterwasser-Shooting. Der Autor geht sogar darauf ein, wie man die Kamera preiswert wasserdicht verpackt. Für die meisten, mich eingeschlossen, scheitert es da aber wohl schon an der Location. Trotzdem ist es nett, einmal zu wissen, wie sowas geht.
Weiter geht es dann mit einer Reihe Makrosetups, angefangen bei extremen Insektenaugenaufnahmen bis hin zu schicken Blumen-Tropfen-Spiegelungen. Die Setups sind ganz interessant, in meinen, naturfotografisch geprägten, Augen hätte man sie aber auch weglassen können.
Interessanter finde ich die Produktfotos. Passenderweise zeigt der Autor, wie man bspw. seine alte Kamera für Ebay in bestem Licht präsentiert. Auch Parfüm, Uhren, Messer etc. weiß er gekonnt in Szene zu setzen. Gerade jetzt in der kalten, dunklen Jahreszeit sorgen diese Anregungen für eine willkommene Abwechslung. Dabei eingeschlossen sind auch die nachfolgenden Seiten, in denen es dann um Food-Photography geht. Fasziniert hat mich dabei, dass er mit ein paar kleinen Kniffen tolle Aufnahmen mit dem internen Aufsteckblitz macht. Für mich war es bislang ein Rätsel, wie man damit schön ausgeleuchtete Bilder hinbekommen soll und es war für mich verständlich, warum der interne Blitz in den meisten Profikameras weggelassen wird. Nach Studium des Buchs bin ich beeindruckt, was man damit alles machen kann (und das ohne wirkliche Kosten, bspw. mit zwei Styroporplatten, einer schwarzen Moosgummiplatte und einem Haargummi).
Im Hinblick auf die bereits erwähnte kalte Jahreszeit lohnt sich auch ein Blick in die Setups der Highspeed-Splash-Aufnahmen. Hier zeigt der Autor, wie man mit wenig Equipment, aber viel Geduld, zum Ergebnis kommt oder aber mit einer Lichtschranke reproduzierbare Ergebnisse erzielt. Ausprobieren lohnt sich!
Wie man es von einem Buch aus dem Galileo Verlag gewohnt ist, gibt es immer wieder zahlreiche Exkurse zu verschiedenen Themen, wie zur Synchronisationszeit oder zu Lichtspektren & Farbfiltern.
Der Anhang mit einem ausführlichen Artikel über das Rechnen mit Licht, Tools für Beleuchtungsdiagramme, weiterführende Informationen und dem Glossar runden das Buch ab. Aufgerundet wird es übrigens mit einem Vorwort von David Hobby.
Ich finde, der Galileo Verlag hat wieder ein rund um gelungenes Buch herausgebracht. Wie an meiner langen Rezension zu sehen ist, geht das Buch auf unheimlich viele Bereiche ein (und ich habe gar nicht alles angesprochen), in denen man kreativ blitzen kann. Lauter tolle Anregungen und einfache Erläuterungen machen es einem leicht, die Ideen des Autors selbst umzusetzen oder im eigenen Fotografenalltag zu integrieren.
Von mir gibt es dazu eine klare Kaufempfehlung!

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